Zürich - Forschende der ETH Zürich wollen eine fundamental neue Sicherheitsarchitektur für den Datenaustausch im Internet entwickeln. Sie soll weltweit das Vertrauen bei Online-Prozessen erhöhen. Möglich wird dieses Pionierprojekt durch eine grosse Schenkung der Werner Siemens-Stiftung.

An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sollen bestehende Sicherheitslücken bei der Übertragung von heiklen Daten behoben werden. Laut einer Mitteilung der ETH wollen drei ihrer Professoren die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Transaktionen in der digitalen Welt künftig sicher und vertrauenswürdig abgewickelt werden. Dafür werden sie mit der Arbeitsgruppe Usable Security And Privacy zusammenarbeiten. Sie ist am Institute of Computer Science der Universität Bonn angesiedelt. Das Projekt ist auf acht Jahre angelegt.

Unterstützt wird dieses neue „Zentrum für Digitales Vertrauen“ von der Werner Siemens-Stiftung. Sie fördert es mit einer Schenkung in Höhe von 9,83 Millionen Franken. „Informationssicherheit gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Hubert Keiber, Obmann des Stiftungs-Kuratoriums, zur Begründung. „Mit seinem Pioniercharakter passt dieses Projekt hervorragend zu unserer Stiftung.“ 

David Basin, ETH-Professor für Informationssicherheit, ist überzeugt, dass es eine fundamental neue Sicherheitsarchitektur im Internet braucht. „Die Zertifikate, mit denen man heute digitale Daten signiert, werden von über 1400 Zertifizierungsstellen in aller Welt ausgestellt. Es ist mehr als fraglich, ob dieses System wirklich zuverlässig ist.“ Ansätze zur Lösung dieses Problems wie jener von Google oder durch die Authentifizierung mittels geografischer Information reichen nach Ansicht der ETH-Forschenden nicht aus.

„Unsere Technologien erfordern keine globale Änderung des Internets, sondern können parallel zur heutigen Infrastruktur genutzt werden“, erklärt Peter Müller, ETH-Professor für Programmiermethodik. „Aber wir streben natürlich eine breite Nutzung unserer Ergebnisse an, denn wir möchten ja, dass das Internet fundamental sicherer wird.“ mm

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