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Zeta Surgical

Das in Boston ansässige Medtech-Unternehmen Zeta Surgical baut in der Greater Zurich Area sein europäisches Engineering- und F&E-Zentrum auf. Von hier aus entwickelt das Unternehmen die nächste Generation KI-gestützter chirurgischer Navigations- und Robotiklösungen für die bildgestützte Neurochirurgie. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren der Zugang zu interdisziplinären Engineering-Talenten, führenden Hochschulen und Forschungsspitälern sowie ein kollaboratives Innovationsumfeld.

Wir haben mit José Amich, Mitgründer und CEO von Zeta Surgical, darüber gesprochen, wie das Unternehmen KI-gestützte chirurgische Navigation breiter verfügbar machen will, weshalb es sein europäisches Engineering-Zentrum in der Greater Zurich Area aufbaut und was die Region für die nächste Wachstumsphase so attraktiv macht.

Von Boston in die Greater Zurich Area: KI-gestützte chirurgische Navigation weiterentwickeln 

Die Entwicklung wegweisender Medizintechnologien erfordert weit mehr als wissenschaftliche Exzellenz. Mit dem Wachstum eines Unternehmens gewinnt auch der Zugang zu interdisziplinären Engineering-Talenten, klinischer Expertise und starken Forschungspartnern zunehmend an Bedeutung. Die Greater Zurich Area hat sich zu einem der führenden Innovationsstandorte Europas entwickelt, an dem Künstliche Intelligenz, Robotik, medizinische Bildgebung und Life Sciences zusammenkommen – und internationale Unternehmen dabei unterstützen, die nächste Generation medizinischer Technologien zu entwickeln.

Unser Ziel ist es, fortschrittliche Bildführung direkt am Behandlungsort verfügbar zu machen. Die Schweiz ist dafür besonders attraktiv, da die dortigen Fachkräfte, Krankenhäuser, Universitäten und die Ingenieurskultur diese Mission gleichermassen unterstützen.
Jose Maria Amich Portrait Zeta Surgical Co-founder CEO
Jose Amich - Co-Founder & CEO, Zeta Surgical

Erzählen Sie uns etwas über Zeta Surgical. Welches Problem wollten Sie lösen?

Zeta Surgical ist ein in Boston gegründetes Medtech-Unternehmen, das KI-gestützte Navigations- und Robotiklösungen für die bildgestützte Neurochirurgie und gezielte Neurotherapien entwickelt. Unser ursprünglicher Antrieb war denkbar einfach: Wir wollten die Präzision moderner bildgestützter Navigation überall dort verfügbar machen, wo Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten behandeln – und nicht nur in hochkomplexen Operationssälen.

Bei Eingriffen am Gehirn können bereits wenige Millimeter entscheidend sein. Dennoch steht präzise Navigation heute nahezu ausschliesslich in wenigen, kostenintensiven Operationssälen zur Verfügung. Unser Ziel war es deshalb, Navigationssysteme schneller einsatzbereit, einfacher implementierbar und gleichzeitig so präzise zu machen, dass sie sich auch für klinische Notfallabläufe und Anwendungen ausserhalb des Operationssaals eignen – von der Anlage einer externen Ventrikeldrainage über Biopsien und Shunt-Eingriffe bis hin zur Rhizotomie und gezielten transkraniellen Magnetstimulation (TMS).

Was uns bis heute antreibt, ist die Überzeugung, dass Technologie die Lücke zwischen dem schliessen sollte, was unter idealen chirurgischen Bedingungen möglich ist, und dem, was Patientinnen und Patienten tatsächlich am Behandlungsort zur Verfügung steht.

Die nächste Generation der Medizintechnik skalieren

Mit dem Zusammenwachsen von Künstlicher Intelligenz, Robotik und medizinischer Bildgebung hängt der Erfolg von Medtech-Innovationen zunehmend von interdisziplinären Teams ab, die Engineering, klinische Forschung und Produktentwicklung verbinden. Die Greater Zurich Area zählt zu den führenden Standorten Europas, an denen diese Kompetenzen zusammenkommen, und zieht Unternehmen an, die die nächste Generation medizinischer Technologien entwickeln.

Was sind derzeit die grössten Herausforderungen beim Aufbau eines Medtech-Unternehmens in den USA?

Die USA sind nach wie vor einer der weltweit wichtigsten Märkte für klinische Innovationen, und Boston war für uns ein hervorragender Ausgangspunkt. Die Herausforderung besteht nicht darin, dass die Nachfrage nach besseren Technologien fehlt. Vielmehr kann der Weg von einem zugelassenen Produkt bis zum routinemässigen klinischen Einsatz langwierig und fragmentiert sein.

Ein Medtech-Startup muss klinische Evidenz aufbauen, Beschaffungsprozesse durchlaufen, Anforderungen an Spitalzulassungen, Cybersicherheit und IT erfüllen, Fragen zur Kostenerstattung klären, Investitionszyklen berücksichtigen, Lieferketten aufbauen und Ärztinnen und Ärzte schulen – oft für jedes Gesundheitssystem einzeln. Für ein junges Unternehmen bedeutet das, dass die Einführung neuer Technologien häufig deutlich langsamer verläuft als der technische Fortschritt.

Hinzu kommt der Wettbewerb um Talente. Wir benötigen Fachkräfte, die an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz, Computer Vision, Robotik, medizinischer Bildgebung, klinischen Arbeitsabläufen, regulatorischen Anforderungen und Fertigung arbeiten können. Diese Kombination ist in den USA selten und entsprechend kostspielig. Qualifizierte Fachkräfte in diesem Umfang zu finden, war einer der Gründe, weshalb wir begonnen haben, international zu denken.

Boston zählt zu den weltweit führenden Medtech-Ökosystemen. Wie ist die Greater Zurich Area auf Ihren Radar gekommen?

Die Greater Zurich Area ist auf unseren Radar gekommen, weil sie genau die Kompetenzen vereint, die für uns entscheidend sind: Präzisionstechnik, Robotik, Computer Vision, medizinische Bildgebung, Künstliche Intelligenz und Life Sciences. Institutionen wie die ETH Zürich, die Universität Zürich, führende Spitäler sowie ein hochqualifizierter internationaler Talentpool machten deutlich, dass es sich nicht einfach um einen geeigneten Standort für ein Regionalbüro handelt, sondern um ein zweites technisches Zuhause für unser Unternehmen.

Für uns ging es nie darum, Boston zu ersetzen. Vielmehr wollten wir einen ergänzenden Innovationsstandort schaffen, der die nächste Wachstumsphase von Zeta unterstützt. 

Wann wurde Ihnen klar, dass die Schweiz eine ernsthafte Option für die Zukunft von Zeta ist?

Uns wurde klar, dass wir vor einer neuen Herausforderung standen. Es ging nicht mehr nur um Kapital oder das Interesse aus der klinischen Praxis, sondern darum, das richtige Team aufzubauen, um die nächste Generation unserer Plattform zu entwickeln.

Wir wollen Technologie nicht isoliert entwickeln; wir müssen eng mit Klinikern, Forschern, Ingenieuren und Institutionen zusammenarbeiten, die wissen, wie wichtig Präzision, Benutzerfreundlichkeit und wissenschaftliche Fundiertheit sind. Die Greater Zurich Area bietet uns diese Dichte.
Jose Maria Amich Portrait Zeta Surgical Co-founder CEO
Jose Amich - Co-Founder & CEO, Zeta Surgical

Aufbau eines europäischen Engineering- und F&E-Zentrums

Der Aufbau eines erfolgreichen Engineering- und F&E-Zentrums erfordert weit mehr als hochqualifizierte Fachkräfte. Entscheidend sind auch der Zugang zu Hochschulen, Spitälern, Behörden und Industriepartnern, die Zusammenarbeit ermöglichen und Innovationen beschleunigen. Das eng vernetzte Innovationsökosystem der Greater Zurich Area unterstützt internationale Unternehmen dabei, diese Partnerschaften rasch aufzubauen und ihre europäischen Aktivitäten effizient zu skalieren.

Sie haben den Zugang zu Talenten als wichtigsten Grund für den Standortentscheid genannt. Nach welchen Fachkräften suchen Sie derzeit besonders? Und wie sieht Ihr ideales Schweizer Engineering- und F&E-Team in drei Jahren aus?

In drei Jahren soll unser Schweizer Team ein zentrales Engineering- und F&E-Zentrum sein, das wesentliche Teile unserer Produkt-Roadmap verantwortet. Wir möchten in der Greater Zurich Area ein Team aus Expertinnen und Experten für Künstliche Intelligenz und Computer Vision, Robotik und Mechatronik, medizinische Bildgebungssoftware sowie Verifizierung und Validierung aufbauen. Hinzu kommen Product Engineers und Partner aus der klinischen Forschung.

Das Team soll eng mit Spitälern und Hochschulen zusammenarbeiten, um schnell dazuzulernen und Innovationen voranzutreiben. Gleichzeitig muss es über die notwendige Marktorientierung verfügen, um Produkte zu entwickeln, die sich in realen klinischen Umgebungen einsetzen lassen – insbesondere für den Schweizer und den europäischen Markt.

Welche anderen internationalen Standorte standen zur Auswahl, und was gab letztlich den Ausschlag für die Schweiz? Was hat Sie auf Ihrem bisherigen Expansionsweg am meisten überrascht?

Die Unterstützung in der Greater Zurich Area war eines der deutlichsten Signale dafür, dass die Schweiz für uns weit mehr sein könnte als nur ein weiterer Standort. Von Anfang an war die Zusammenarbeit praxisnah, engagiert und hervorragend vernetzt. In manchen Ländern dauert es Monate, die richtigen Ansprechpersonen in Behörden zu identifizieren oder überhaupt mit ihnen ins Gespräch zu kommen. In der Greater Zurich Area konnten wir hingegen schnell die richtigen Kontakte knüpfen – zu regionalen Wirtschaftsförderungen, Behörden, Hochschulen, Spitälern und Industriepartnern.

Diese Offenheit reduziert Reibungsverluste und hilft einem jungen Unternehmen, den Schritt vom ersten Interesse zur konkreten Umsetzung deutlich schneller zu schaffen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Gesundheitsökosystem. Wir wollen Technologien nicht isoliert entwickeln, sondern im engen Austausch mit Klinikerinnen und Klinikern, Forschenden, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Institutionen, die verstehen, wie wichtig Präzision, Praxistauglichkeit und wissenschaftliche Evidenz sind. Genau diese Dichte an Kompetenzen finden wir in der Greater Zurich Area. Sie gibt uns das Gefühl, Teil eines Healthcare- und Life-Sciences-Ökosystems zu sein, in dem Zusammenarbeit gelebt wird, Deep Technology verstanden wird und alle das gemeinsame Ziel verfolgen, Innovationen in die klinische Praxis zu bringen.

Discover the leading life science hub

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Die Greater Zurich Area ist einer der führenden Standorte Europas im Bereich Life Sciences und vereint erstklassige Universitäten, international anerkannte Forschungskrankenhäuser, weltweit tätige Pharmaunternehmen, wegweisende Innovatoren aus der Medizintechnik sowie ein stark auf Zusammenarbeit ausgerichtetes Ökosystem im Gesundheitswesen. Diese einzigartige Konzentration an Fachkompetenz ermöglicht es Unternehmen, medizinische Technologien der nächsten Generation zu entwickeln, zu validieren und auf den Markt zu bringen.

Von der Forschung in die klinische Praxis

Die grössten medizinischen Innovationen entfalten ihren Nutzen erst, wenn sie erfolgreich in die klinische Praxis überführt werden. Mit international anerkannten Spitälern, führenden Forschungseinrichtungen und einem starken Life-Sciences-Ökosystem bietet die Greater Zurich Area ideale Voraussetzungen für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und klinischen Partnern. So können neue Technologien validiert, wissenschaftliche Evidenz aufgebaut und Innovationen für den breiten Einsatz in Europa vorbereitet werden.

Worauf freuen Sie sich im Schweizer Ökosystem am meisten? Und welche klinischen Partner würden für Zeta Surgical in der aktuellen Phase den grössten Mehrwert schaffen?

Für uns wären führende Spitäler und klinische Teams besonders wertvoll, die eine hochspezialisierte Patientenversorgung mit einem echten Interesse an Forschung und Innovation verbinden. Für unsere chirurgische Navigationsplattform sind das insbesondere Partner aus der Neurochirurgie, der neurointensivmedizinischen Versorgung und der interventionellen Neuroradiologie sowie Zentren, die Eingriffe wie die Anlage externer Ventrikeldrainagen (EVD), Shunt-Operationen, stereotaktische Biopsien, Rhizotomien und weitere minimalinvasive Eingriffe am Schädel durchführen.

Für Zeta TMS Navigation suchen wir psychiatrische Zentren und Einrichtungen für Neurostimulation, die an einer präziseren und reproduzierbareren Zielsteuerung für die transkranielle Magnetstimulation (TMS) und verwandte Verfahren der Hirnstimulation interessiert sind.

Der ideale Partner ist für uns ein Team, das Genauigkeit, Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und den Einfluss auf klinische Arbeitsabläufe wissenschaftlich bewertet – und gemeinsam mit uns dazu beitragen möchte, bildgestützte Eingriffe auch ausserhalb der klassischen Grenzen des Operationssaals neu zu gestalten.

Können Sie bereits etwas über die Pläne von Zeta Surgical für die kommenden 12 bis 24 Monate verraten?

Unser kurzfristiger Fokus liegt klar auf der Umsetzung. In den USA treiben wir die Kommerzialisierung unserer von der FDA zugelassenen Navigationsplattformen weiter voran und bauen ihre klinische Anwendung in der Neurochirurgie und der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) aus. Dazu gehören der weitere Aufbau klinischer Evidenz, die Unterstützung erster Implementierungen in Spitälern sowie die kontinuierliche Erweiterung unseres Produktportfolios für Eingriffe, bei denen eine präzise, schnelle und direkt am Behandlungsort verfügbare Navigation einen echten Mehrwert schafft.

International stehen die kommenden 12 bis 24 Monate ganz im Zeichen des Aufbaus der nächsten Wachstumsphase von Zeta. In der Greater Zurich Area bedeutet das den Aufbau unserer Engineering- und F&E-Aktivitäten, die Rekrutierung des ersten Kernteams, den Ausbau von Partnerschaften mit Spitälern und akademischen Einrichtungen, die Erlangung der CE-Kennzeichnung sowie die Schaffung der Voraussetzungen für die Kommerzialisierung in Europa.

Fakten & Zahlen: Zeta Surgical

  • Branche: Medtech, digitale Chirurgie, KI-gestützte chirurgische Navigation
  • Gründungsjahr: 2018
  • Hauptsitz: Boston, Massachusetts, USA
  • Standorte: Boston als US-Hauptsitz sowie Zentrum für Kommerzialisierung und regulatorische Aktivitäten; die Greater Zurich Area als geplanter europäischer Engineering-, F&E- und Kommerzialisierungsstandort.
  • Mitarbeitende: 11 weltweit; geplanter schrittweiser Aufbau eines Engineering- und F&E-Kernteams in der Schweiz in den kommenden drei Jahren.
  • Funktionen in der Greater Zurich Area: Forschung & Entwicklung, Product Engineering, klinische Forschungspartnerschaften, europäische Kommerzialisierung sowie Unterstützung in den Bereichen geistiges Eigentum und Lizenzierung.
  • Klinische Partner: Mass General Brigham, Big Ten Neurosurgery Consortium, HOPE Therapeutics und Singapore General Hospital.

ZETA SURGICAL Announces First Commercial Deployment of Zeta TMS Navigation  System at HOPE Therapeutics

 

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