Wichtige Erkenntnisse im Überblick
Hinweis der Redaktion: Die folgende Zusammenfassung basiert auf den ursprünglichen Recherchen und Erkenntnissen von The Big Byte.
- Die Greater Zurich Area hat sich zu einem der führenden europäischen Standorte für Robotik, autonome Systeme und Embodied AI entwickelt.
- Für die Analyse wurden 64 Robotik- und Autonomous-Systems-Unternehmen untersucht sowie mehr als 300 Gründerinnen, Gründer und Führungskräfte im Ökosystem erfasst.
- Die ETH Zürich ist die wichtigste Gründerpipeline: 68 % der Robotik-Gründerinnen und -Gründer haben dort studiert.
- 63 % der Gründerinnen und Gründer verfügen bereits über Erfahrung in der Robotik – sei es in Startups, Forschungslaboren oder Industrieunternehmen.
- Zu den wichtigsten Talentquellen zählen das Robotic Systems Lab, das Autonomous Systems Lab und das Soft Robotics Laboratory der ETH Zürich sowie ABB, NVIDIA, Bosch, Hexagon und Disney Research.
- Das Ökosystem bringt zunehmend eigene Talente hervor und entwickelt sie weiter: Erfolgreiche Robotikunternehmen wie ANYbotics, Sevensense, Wayve, RobCo und Auterion dienen als Sprungbrett für neue Gründerinnen, Gründer und Führungskräfte.
- Obwohl die Region über herausragende technische Talente verfügt, benötigen Robotikunternehmen für die Skalierung zunehmend erfahrene Fachkräfte mit Know-how in den Bereichen Kommerzialisierung, Produktion und Go-to-Market.
- Ein Drittel der heutigen Führungskräfte stammt von ausserhalb der Greater Zurich Area – ein Zeichen für die internationale Ausstrahlung der Region im Bereich Robotik und KI.
Die Ergebnisse zeigen, wie ETH Zürich, globale Technologieunternehmen, Robotik-Startups und Forschungseinrichtungen gemeinsam eines der dichtesten Robotik-Talentnetzwerke Europas geschaffen haben.
Dieser Artikel wurde von The Big Byte, der Research-Publikation von The Big Search, veröffentlicht – einer Executive-Search-Firma mit Fokus auf Führungskräfte und Talente in Europas Technologie- und DeepTech-Sektoren.
Bei einer Veranstaltung in Berlin vor einigen Monaten sagte Andreas Klinger, GP bei Prototype Capital, dass Robotik aktuell das Spannendste ist, was sich in Europa abzeichnet. Sie hat das Potenzial, Qualität, Umfang und Komplexität in einer Weise zu skalieren, die noch vor wenigen Jahren nicht möglich gewesen wäre.
Während London und Paris ihre Position im Bereich LLMs und Software ausgebaut haben, hat sich die Greater Zurich Area zu Europas führendem Standort für Robotik und Embodied AI entwickelt. Die Region hat diese Position über viele Jahre aufgebaut und profitiert von (1) einem konzentrierten Pool an Robotik- und Engineering-Talenten, (2) erstklassigen Universitätslaboren sowie (3) einer hohen Dichte globaler Forschungszentren.
Das Ergebnis ist ein überproportional hoher Anteil an Robotik-Startups, die in dieser Region gegründet wurden. Selbst Unternehmen, die anderswo entstanden sind – wie etwa Neura Robotics – haben hier Niederlassungen eröffnet.
Wir wollten dieses Ökosystem aus der Perspektive von Talenten besser verstehen. Deshalb haben wir 64 DeepTech-Unternehmen aus den Bereichen Robotik und autonome Systeme kartiert, die in der Greater Zurich Area gegründet wurden. Zudem haben wir mehr als 300 Personen unter Gründern und aktuellen Führungskräften identifiziert – von Head- bis C-Level-Positionen über sämtliche Funktionen hinweg.
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der DeepTech Practice von The Big Search und wurde von der Greater Zurich Area unterstützt. Zudem sprachen wir mit Domitilla Di Marco, Head of Talent bei Amazon RIVR, sowie mit Camilla Mazzoleni, Mitgründerin von Forgis, einem Unternehmen, das Produktionsprozesse mithilfe industrieller Intelligenz entwickelt, automatisiert und optimiert.
ETH Zürich ist die wichtigste Pipeline für Robotik-Gründer
Der European DeepTech Report 2026 von Dealroom führt die ETH Zürich europaweit auf Platz eins bei von Alumni gegründeten Startups. Unsere Analyse zeigt ein ähnliches Bild: 68 % der Gründer im Robotik-Ökosystem der Greater Zurich Area haben dort studiert. Hinzu kommt, dass 60 % über einen Abschluss in Robotik, autonomen Systemen, Mechatronik, Elektro- oder Maschinenbau oder Informatik verfügen – mit einer nachweisbaren Spezialisierung auf Robotik oder autonome Systeme. Diese hohe technische Dichte ist ein klarer Vorteil, bringt jedoch auch gewisse Herausforderungen mit sich.
Die wichtigsten Talent-Pipelines für Robotik-Gründer in der Greater Zurich Area
Die Analyse von The Big Byte identifizierte mehrere wiederkehrende Karrierepfade von Gründern innerhalb des Robotik-Ökosystems der Greater Zurich Area. Viele Gründer sammelten Erfahrung bei globalen Technologie- und Industrieunternehmen wie ABB, NVIDIA, Bosch, Hexagon und Disney Research. Andere stammen aus führenden Forschungsumfeldern der ETH Zürich, darunter das Robotic Systems Lab (RSL), das Autonomous Systems Lab (ASL), das Soft Robotics Laboratory, Wyss Zurich sowie das Institute of Neuroinformatics. Gleichzeitig zirkuliert Talent zunehmend innerhalb des Ökosystems: Erfolgreiche Robotik-Startups wie ANYbotics, Sevensense, Wayve und RobCo haben Alumni hervorgebracht, die wiederum neue Unternehmen gründen oder Führungsrollen in anderen Ventures übernehmen.
Praxisnahe Forschungserfahrung ist ein weiteres prägendes Merkmal dieses Gründerpools. 63 % verfügen über Erfahrung im Bereich Robotik – sei es in Unternehmen, Forschungslaboren oder Robotik-Startups. Studentische Tätigkeiten wurden dabei nicht berücksichtigt, selbst wenn diese während eines PhD-Programms ausgeübt wurden.
Dieser Talentpool ist nahezu vollständig das Ergebnis des Netzwerkeffekts der ETH Zürich. Das Robotic Systems Lab gilt als wichtigste Talentschmiede für Robotik-Startups in der Greater Zurich Area. Einige Gründer sammelten zudem erste Erfahrungen in ETH-Spin-offs, bevor sie eigene Unternehmen gründeten. Neben dem RSL zählen das Soft Robotics Lab und das Autonomous Systems Lab der ETH Zürich sowie ABB, NVIDIA, die Disney Research Studios und Hexagon Robotics zu den wichtigsten Ausbildungs- und Karrierestationen für Robotik-Gründer in Zürich.
Das Schweizer System der unabhängigen Forschungsfinanzierung sowie der gezielte Aufbau eines Ökosystems, in dem Startups Forschungsergebnisse direkt in marktfähige Produkte überführen, speisen die Gründungspipeline kontinuierlich mit neuen Talenten und Ideen. Internationale Technologieunternehmen verstärken diese Dynamik zusätzlich. Viele haben gezielt Standorte in der Region eröffnet, um Zugang zu den Robotik- und AI-Talenten vor Ort zu erhalten. Dadurch entsteht ein wechselseitiger Austausch: Lokale Fachkräfte sammeln Erfahrung bei der Lösung praxisnaher Herausforderungen, während das Ökosystem gleichzeitig dichter und international stärker vernetzt wird.
Die Kehrseite ist die operative Erfahrungstiefe. Der Grossteil der Erfahrung in diesem Talentpool stammt aus Forschungslaboren und nicht aus dem Aufbau von Vertriebspipelines, dem Management von Gewinn- und Verlustrechnungen (P&L) oder der Skalierung von Teams. Für viele ist das gegründete Unternehmen die erste berufliche Station ausserhalb von Forschung oder Wissenschaft – und 86 % bekleiden erstmals eine Position auf C-Level.
Serielle Gründer sind eine mögliche Antwort auf diese Lücke. Wie bereits in unserem vorherigen Beitrag festgestellt, haben 16 % der Gründer bereits zuvor ein Robotik-Unternehmen gegründet oder in einer Führungsrolle geleitet. Das Robotik-Ökosystem der Greater Zurich Area beginnt zunehmend, eigenes Talent hervorzubringen und wiederzuverwerten. Einige Gründer bauen bereits ihr nächstes Unternehmen im gleichen Bereich auf – oft mit einem stärkeren Investorennetzwerk, besserem Go-to-Market-Verständnis und deutlich mehr operativer Erfahrung als beim ersten Mal.
Serielle Unternehmer stärken das Ökosystem
Ein Zeichen für die Reife eines Ökosystems ist das Entstehen serieller Gründer. Mehrere Unternehmer im Robotiksektor der Greater Zurich Area bauen heute neue Unternehmen auf, nachdem sie bereits zuvor Robotikfirmen gegründet, skaliert oder geführt haben. Beispiele sind Mina Samir Kamel (Nautica Technologies), Hanspeter Fässler und Marco Hutter (Gravis Robotics), Jasmine Kent (Dufour Aerospace), Eris Dhionis Sako (Duatic) sowie Roger Wüthrich-Hasenböhler (Roboa). Sie alle bringen Erfahrungen aus früheren Robotik-Unternehmen mit.
Die am stärksten vertretenen Funktionen im Robotik-Ökosystem der Greater Zurich Area
Wir identifizierten 257 aktuelle Führungskräfte – von Head- bis C-Level-Positionen – über sämtliche Funktionen hinweg in der Greater Zurich Area. Die Bereiche Technologie, Engineering und Forschung & Entwicklung sind am stärksten vertreten, wobei CTO die häufigste Funktionsbezeichnung ist.
Insgesamt verfügen 35 % über Robotik-Erfahrung aus Unternehmen, Forschungslaboren oder Robotik-Startups – bei technischen Fachkräften steigt dieser Anteil auf 51 %. Ingenieurinnen und Ingenieure, die an Autonomie, Steuerungssystemen, Perzeption, Lokomotion oder Hardware-Integration arbeiten, bringen ein Verständnis für physische Rahmenbedingungen mit, das Software-Spezialisten ohne Robotik-Hintergrund oft nicht besitzen.
Viele Herausforderungen beim Aufbau eines Robotik-Unternehmens sind allerdings keine ausschliesslich robotikspezifischen Herausforderungen. Diese Unternehmen benötigen ebenso Expertise in Bereichen wie Logistik, Betrieb und Skalierung, Machine Learning, Cloud-Systeme, verteiltes Computing, Embedded Software, Fertigung, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung.
Wenn man die Robotik-Labore der ETH Zürich ausklammert, ist ABB die wichtigste Talentquelle – insbesondere für technische Führungskräfte. Fachkräfte mit Hintergrund in der industriellen Automatisierung sammeln häufig zunächst Erfahrung bei ABB, bevor sie Führungsrollen in Robotik-Startups übernehmen.
Eine weitere wichtige Talent-Pipeline ist der Wechsel zwischen Robotik-Unternehmen. Auterion ist bislang das erfolgreichste Beispiel. Das Unternehmen expandierte in die USA, nahm Ende 2025 130 Millionen US-Dollar auf und schloss das Jahr mit einem Jahresumsatz (ARR) von rund 100 Millionen US-Dollar ab. Gleichzeitig hat Auterion zahlreiche Talente hervorgebracht, die heute Führungsrollen in anderen Unternehmen übernehmen – insbesondere auf der kommerziellen Seite. Ben Simmen ist heute Head of Product bei Amazon RIVR, nachdem er bei Auterion seit den frühen Tagen bis zur Series-A-Finanzierungsrunde über 41 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 als Head of Marketing tätig war. Laurent Zimmerli ist heute VP Growth bei Voliro, nachdem er im gleichen Zeitraum Head of Product Marketing bei Auterion war.
Für diejenigen ohne Robotik-Hintergrund sind die Karrierewege in das Ökosystem vielfältiger, als man zunächst vermuten würde:
- Einige Führungskräfte wechselten direkt von der Universität in ihr heutiges Unternehmen und entwickelten sich dort intern weiter.
- Führungskräfte in den Bereichen Finanzen und People & Culture kommen häufig über branchenübergreifende Wechsel aus der Beratung oder dem Bankwesen. Ein Robotik-Hintergrund spielt für sie eine deutlich geringere Rolle.
- Andere stammen aus angrenzenden Branchen – etwa aus Unternehmen, die Software oder Komponenten für autonome Systeme entwickeln, oder aus Bereichen wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung oder industrielle Fertigung, in denen Automatisierung bereits intensiv eingesetzt wird.
- Und wie wir bereits in unserem Beitrag über RobCo gezeigt haben, müssen erfolgreiche Vertriebspersönlichkeiten nicht zwingend aus derselben Branche kommen. Mit der richtigen Struktur und einem gezielten Onboarding können auch Personen, die noch nie Robotik-Lösungen verkauft haben, in diesem Umfeld erfolgreich sein.
Die Greater Zurich Area hat ein sich selbst verstärkendes Robotik-Ökosystem aufgebaut, in dem Talente, Forschung und Kapital räumlich so nah beieinanderliegen, dass sie sich gegenseitig verstärken. Unsere Analyse zeigt zudem, dass ein Drittel der aktuellen Führungskräfte von ausserhalb der Greater Zurich Area stammt – ein Hinweis darauf, dass die Anziehungskraft Zürichs weit über die eigenen regionalen Grenzen hinausreicht.
Das Fundament ist stark, doch es bringt nicht jedes Profil hervor, das die Branche benötigt. Für einige spezialisierte Funktionen konkurrieren Unternehmen um Talente aus einem globalen Arbeitsmarkt. Der Vorteil Zürichs liegt dabei in der hohen Dichte an Robotik- und AI-Expertise, die gezielt Fachkräfte aus Europa, Nordamerika und Asien anzieht – Menschen, die bereit sind, genau wegen der besonderen Stärken dieses Ökosystems in die Region zu ziehen.
Die Greater Zurich Area hat sich als einer der führenden DeepTech-Standorte für Robotik etabliert, und die Grundlagen für weiteres Wachstum sind vorhanden. Die grössere Herausforderung liegt jedoch noch vor ihr: der Schritt von einem weltweit führenden Forschungs- und Gründungsstandort hin zu einem echten Scale-up-Hub. Dafür braucht es Unternehmen mit der Ambition und Reichweite, globale Talente, Kunden und strategische Partner anzuziehen – und die technische Tiefe Zürichs mit einer internationalen Belegschaft und globalen Denkweise zu verbinden. Ebenso braucht es mehr operative Führungskräfte, die bereits einmal erfolgreich skaliert haben und bereit sind, diesen Weg erneut zu gehen.
Über The Big Search
The Big Search ist eine europäische Executive-Search-Firma mit Spezialisierung auf den Technologiesektor. Das Unternehmen arbeitet mit Wachstumsunternehmen und etablierten Firmen aus den Bereichen SaaS, Consumer Technology und DeepTech zusammen, um Führungspersönlichkeiten mit hoher Wirkung zu identifizieren und zu rekrutieren – von Director-Positionen bis hin zu C-Level-Funktionen –, die die zukünftige Entwicklung ihrer Organisationen mitgestalten. Die Beraterinnen und Berater werden dabei von Topliner unterstützt, einer proprietären, AI-gestützten Plattform für Markt- und Talentanalysen. Neben dem Executive Search veröffentlicht The Big Search auch The Big Byte, einen Substack mit Fokus auf Talente und Leadership in der europäischen Technologiebranche. Die Inhalte verbinden proprietäre Daten mit direkten Einblicken von Gründern, Führungskräften und Investoren und beleuchten die Trends, die die Branche prägen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Im Zweifelsfall gilt die englische Originalversion.
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